Festberichte

Eidg. Jodlerfest Brig

Lied: "Öisi Amsle" von Marie-Theres von Gunten           Note: 1

Gesamteindruck

Herrliche Jodelstimmen und eine gepflegte Aussprache überzeugen in diesem Vortrag. Der Zuhörer hat aber

dennoch das Gefühl eines Vortrags, dem noch die "musikalische Krone" fehlt. Diese Krone müsste eine

abwechslungsreichere Gestaltung (Rhythmik und Dynamik) sein, die neben einer einwandfreien Harmonie und einer tadellosen Tongebung zur vollen Entfaltung dieses Liedes wesentlich beitragen würde.

 

Tongebung

Sehr ausgeglichener Chorklang. Der Stimmsitz ist richtig und die Tonstütze sehr gut. Die

Jodelstimmen beherrschen die Jodeltechnik gut.

 

Aussprache

Positiv  Abwechslungsreich und passend gewählte Jodelvokalisation. Recht gut verständliche Aussprache.

Negativ Einige betonte Endsilben (zB im LT 2 „gsun-ge“, im LT 6 „klun-ge“, oder im LT 14 „Zwei-ge“).

 

Rhythmik

Positiv    Einheitliche Einsätze, genaue Notenwerte, richtige Betonungen des Metrums.

Negativ  Teilweise zu gleichförmiges Tempo im Lied und Jodel zB ab LT 9 in der 3. Strophe, wo die

"Läbesluscht" durchbrechen müsste oder im Jodel wäre ab JT 9 in der 1. und 3. Strophe ein

"fröhlicheres" Tempo angebracht.

 

Dynamik

Positiv   Schöne dynamische Gestaltung des Liedteils mit einigen Höhepunkten.

Negativ  Im Jodel könnten die Höhepunkte noch besser herausgearbeitet werden. Der Jodel tönt etwas zu

wenig abwechslungsreich.

 

Harmonische Reinheit

Positiv   Partiturgetreu, sicher, schönes Klangbild mit vielen herrlichen Passagen.

Negativ  Das Absinken um einen halben Ton findet seinen Ursprung in der 1. Strophe, in der die

Sopranstimmen vereinzelte Töne unterfassen. So kommen die tiefen Altstimmen an die Grenzen ihrer

Möglichkeiten. Das gesamte Klangbild leidet darunter, was zB im Schlussakkord hörbar ist.

 

Juryleiter/in Föhn Daniel

Juror(in): Hefti Simon

Juror(in): Roth Ruedi

 

Zentralschweizerisches Jodlerfest Schüpfheim

Am Zentralschweizerischen Jodlerfest in Schüpfheim haben wir das Lied "De Augestärn" von Emil Wallimann, Text Sepp Scheuber, vorgetragen und dafür die Note "sehr gut" erhalten.

 

 

Gesamteindruck

Der Chor singt sehr engagiert und versucht der Komposition Ausdruck zu geben. Eine überzeugende Leistung mit gewissen Einschränkungen.

 

Tongebung

Positiv: Tonstütze der 1., 2. und 3. Stimme gut, Jodelstimmen klar und hell, viel Tragkraft im Chor. Gute Jodeltechnik gekonnte Kehlkopfschläge.

Negativ: 1. Jodelstimme ist in den Hochtönen manchmal etwas grell und gepresst, 4. Stimme zu wenig hörbar in den tiefen Lagen kurzatmig.

 

Aussprache

Positiv: verständliche, gepflegte Aussprache, abwechslungsreiche, passende Jodelvokalisation

Negativ: Wortverbindungen (dich_es), (lueg_ich), (Stärn_e_Stärn)

 

Rhytmik

Positiv: Tempowechsel (LT 9) ist spürbar.

Negativ: Taktart 6/8 zu wenig deutlich erkennbar. Tempovorgabe, "adagio" (LT 1-8) zu wenig beachtet. Melodiefluss oft unterbrochen. Puls unregelmässig. Notenwerte ungenau z.Bsp. Chor (JT 4) punktierte Viertelnote und (JT 12) Achtelnote.

 

Dynamik

Positiv: Liedteil, klar besser differenziert.

Negativ: Jodelteil zu wenig gefühlvoll gestaltete Melodiebögen.

 

Harmonische Reinheit

Positiv: Das Lied wird uns partiturgetreu vorgetragen.

Negativ: Die angestimmte Tonart kann nicht bis zum Schluss gehalten werden. Am Ende sinkt man um einen halben Ton. Das "gis" im LT 11 des 2. Basses ist nicht hörbar ebenfalls das "d" am Schluss des Jodels. Der Schlusston der 3. Strophe im Jodel und beim Anhang ganz am Schluss zu wenig gestützt und dadurch trüb.

 

Juryleiter Stadelmann Franz-Markus

Jurorin Odermatt Heidi

Jurorin Wyss Barbara

Zentralschweizerisches Jodlerfest Sarnen


Am Zentralschweizerischen Jodlerfest in Sarnen haben wir das Lied "Vorfrüehlig" von Emil Wallimann, Text Beat Jäggi vorgetragen und wir durften dafür die Note "sehr gut" abholen.


 

Gesamteindruck 

Mit eindrücklicher, authentischer Ausdruckskraft in Bezug auf Text und musikalischer Umsetzung, wird diese wertvolle, interessante Komposition für die Zuhörer, einschliesslich der Jury, zum Genuss.

Tongebung 

Wie aus einem Guss erstrahlt der Vortrag. Der ganz besonders herausragende Doppeljodel, mit den klaren Stimmen und dem gelungen untermalenden Chor, zeugt von guter Schulung auf der ganzen Linie. Allerdings besitzt die 2. Jodelstimme nicht die Leuchtkraft und die Resonanz der 1. Stimme.

Aussprache 

Durchwegs verständlich, gepflegt und mit abwechselnder Jodelvokalisation

Harmonische Reinheit 

Die gewählte Cis-Dur wird stabil eingehalten.

Rythmik  

Wohldosiertes, frisches, zügiges Tempo im Liedteil. Im Jodel ebenso korrekt, jedoch etwas ruhiger, aber mit fliessend ablaufendem Schwung. Der Hochton im JT 8 ist jeweils etwas knapp.

Dynamik 

 

Textlich sehr ausgewogen und abwechslungsreich gestaltet. Der Jodel, mit den lang gezogenen, atmungsintensiven Melodienbogen, strahlt besonders und fesselt gestaltungsreich mit dynamischen Glanzpunkten.


 

Autor: Felix Inglin

Eidgenössisches Jodlerfest Davos

 

Am eidgenössischen Jodlerfest in Davos 2014 haben wir mit dem Liedvortrag "Im Paradies" von  Ruedi Renggli die Höchstnote erreicht.

 

 

 

 

Tongebung

Der Chorklang ist ausgeglichen und tragend. Die tragenden Stimmen der Altstimmen gefallen besonders gut. Auch die Jodelstimmen sind sehr tragend und gut gestützt. Die Jodeltechnik verrät eine gute Ausbildung.

 

Aussprache

Der Text ist gut verständlich. Wortverbindungen (weis-es, herrlich-und, öpps-uf, fascht-uf) sind zu vermeiden. Die Jodelvokalisation ist gut gewählt und abwechslungsreich.

Harmonische Reinheit

Das harmonische Klangbild ist meistens sehr schön und rein. Mit Ausnahme von LT 4 und JT 4. Die Angestimmte Tonart kann gehalten werden.


Rhythmik

Gut gewähltes, bewegliches Tempo. Die Rhythmik ist sorgfältig erarbeitet und korrekt. Im JT 3 werden die Achtel zu schnell gesungen. 


Dynamik

Der Vortrag wird engagiert und gefühlvoll vorgetragen. Die Gestaltung dürfte jedoch noch mutiger und kontrastreicher erarbeitet werden.


Gesamteindruck

Eine Darbietung, die von intensiver Probenarbeit zeugt. Mit innerem Empfinden und mit viel Gefühl wird diese Komposition vorgetragen, was allgemein überzeugt und zu Herzen geht.

 

 Autor: Kurt Lang